Montag, April 10, 2006

Beschäftigung während des langen Laufes?

Hat euch die Frage auch schon mal beschäftigt?
Mich auf jeden Fall gestern wieder. Da habe ich für meine HH-Vorbereitung einen 30Km Lauf gemacht.
Vorweg, es war ganz gut. Ich scheine doch langsam wieder Fahrt aufzunehmen. Die ersten 25 Km bin ich in 5:00 - 5:15 min/km gelaufen, die letzte Runde von 5 Km habe ich dann beschleunigt und bin knapp unter 21 Minuten gelaufen.
Da ich Bereitschaft hatte, konnte ich nicht weit weg laufen um im Bedarfsfall recht schnell wieder an meinem Arbeitsplatz Zuhause sein zu können.
So wurden es also 6 Runden um die von mir so geliebte Regatta. Vorsichtshalber hatte ich mir mal meinen MP3 Stick eingepackt...so bin ich dann zu den Klängen meiner Lieblingsband VNV Nation losgelaufen. Ja, ich habe 2,5 Stunden lang VNV gehört.
Zwischendurch wurde ich mal durch mein Bereitschaftstelefon herausgerissen, war aber nicht weiter schlimm, da ich es laufenderweise am Telefon klären konnte, wie doof muss das wohl aussehen...??. Egal, besser so, als wenn ich erst nach Hause gemusst hätte.

Auf jeden Fall beschäftige mich gestern die Frage: Was machen eigentlich andere Läufer, wenn sie die langen Läufe in einer M-Vorbereitung machen?
Nun, ich bin ja eher ein 'Kurz-Läufer', meine Langen Läufe gehen ja in der Regel maximal an die 3 Stunden, eher noch zwischen 2:30 und 2:45h. Andere Laufen in der Vorbereitung 4 Stunden und mehr.
Gut, ich bin schon ziemlich damit beschäftigt nicht zu schnell zu laufen. Das ist für mich sehr schwierig und ich muss mich ziemlich darauf konzentrieren, damit ich nicht auf einmal wieder im 'Wohlfühl-Tempo' von 4:45 und schneller durch die Gegend laufe. Gerade wenn es auf den Ohren mal wieder ein etwas beschwingteres Stück zu hören gibt, ist die Gefahr groß, Gas zu geben.
Bei den vielen schönen Liedern von VNV Nation vermag ich gerne die Augen zu schließen (not forgetting what it means to dream...)... ist aber auf Dauer auch nicht gut. Sonst läuft man auf einmal gegen einen Baum oder fällt in einen Graben. Glücklicherweise ist mir jenes noch nicht passiert :)
Singen ist eine gute Sache. Gut, dass ich oft alleine laufe. Es wäre schlecht für eine Begleitung meinen Gesang zu ertragen. Ein Gemisch aus Pfeifen und Rasseln aus der Lunge, schiefer Tonlage und falschen Texten würde andere Läufer mit Sicherheit dazu animieren sich entweder schlagartig zurück fallen zu lassen oder mal einen kurzen Zwischensprint einzulegen um sich vor meinem Gesang zu schützen.
Denken ist ebenfalls eine gute Sache! Ich denke, dass es wohl den meisten Leuten so geht, dass man still vor sich hinläuft, in Gedanken versunken die letzten Tage Revue passieren lässt und sich befreit vom Stress des Alltags. Zumindest ist es einer der wesentlichen Gründe, weshalb ich laufe, mal von dem Anspruch an mich selber abgesehen, was meine Ziele und Zeiten angeht.
Da wollen einige Leute einem erzählen, dass man "vor etwas wegläuft" oder "normal ist das nicht", wenn man ein wenig ambitionierter Sport treibt und somit mehr macht als es der durchschnittliche Bürger des Landes.
Aber: "Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht" oder wie heisst es im Volksmund? Daher verwundert es natürlich nicht, dass einige Mitmenschen sich bei den Marathoni an den Kopf packen.
So, was wollte ich eigentlich schreiben? Was machen wohl die anderen Leute so beim langen Lauf? Schlauer bin ich nun nicht wirklich geworden. Nächsten Sonntag steht der letzte lange Lauf vor dem HH Marathon an, mal schauen, wie ich mich dabei am besten beschäftige....